Auch für diesen Sonntag war nochmals ganz schönes und mildes Wetter versprochen. Höchste Zeit und letzte Chance auch diesen Monat noch die 130-KM-Fahrt zu absolvieren.
Ich startete diesmal noch vor dem Mittagessen, denn am Abend wird es ja nun wieder eine Stunde frĂĽher dunkel. In die Dunkelheit hineinfahren wollte ich nicht, dazu habe ich ja unter der Woche genĂĽgend Gelegenheiten.
Für die Fahrt nahm ich heute die andere Seite im Reusstal als letzthin. Ich kam erstaunlich rasch vorwärts. Möglicherweise säuselte ein schwacher Nordwind hinter mir her. Etwas Nebel, vielleicht auch Wolken hingen an den Hügeln herum. Sie verdichteten sich am Ende des Freiamtes zu dunklen, undurchsichtigen Gebilden. Man konnte das Gefühl bekommen, es regne darunter. Gerade richtig, dass mich mein GPS nach Dietwil über Buholz in die Höhe hinauf lotste. Zeit für das erste Foto: der Blick geht  heute rückwärts, eben dorthin, wo das Wetter noch besser war.
Die Fahrt ging weiter. Entlang von Waldrändern, oftmals eine Art Betonpiste, nicht der übliche Asphaltbelag. Um Höfe herum, kurze Anstiege hinauf, dann wieder steil hinunter. Eine Zeit lang ziemlich abgelegen. Kaum jemand hat sich hierher verirrt. Die Schafherde hinter dem dürren Maisfeld erschrak jedenfalls, als ich an ihr vorbei fuhr.
Anschliessend durch Emmen, hinauf ans Ende des Suhrentals mit dem Sempachersee. Die Wolken sind zurückgeblieben. Der Himmel ist jetzt fast vollständig blau. Es ist mittlerweile angenehm warm. Mit einem Mal werde ich mir bewusst, dass mir hier viele Strassen bekannt vorkommen. Ich glaube, immer wieder die langen Fahrten wegen der Wettbewerbe bei Strava, haben nicht nur meine Grundkondition angehoben, sondern auch meinen Horizont, meinen Aktionsradius, deutlich erhöht. Ich bin ja auch meist bemüht, nicht immer die gleichen Strassen zu befahren.
Nach dem Sempachersee wechsle ich hinüber ins Wiggertal. Nach den letzten hügeligen Kilometern, geht es hier nach der erreichten Höhe, wieder schön sanft hinunter. Zeitweise habe ich ein bisschen Gegenwind aber immer einen wolkenlosen Himmel über mir. Ein paar Bauern mit grossen Traktoren und gleich zwei Anhängern kommen mir entgegen. Etwas später sehe ich im Maisfeld eine Art Mähdrescher, ein Riesengefährt auf jeden Fall. Der häckselt das ganze Maisfeld direkt in einen Anhänger, gezogen von einem weiteren grossen Traktor, parallell zum Mähdrescher.
Nach dem Wiggertal geht es noch ĂĽber das Aaretal, um Olten herum. Ich wähle heute den Weg ĂĽber Lostorf, statt wie ĂĽblich in der Nähe der Aare zu bleiben. Auch weiter vorne, bleibe ich heute links der Aare, nehme den steilen Anstieg nach Biberstein, hinauf auf die Strasse, welche einer mal als “Wellblech” bezeichnet hat. Recht hat er.
Danach noch den Rest nach Hause. Ăśber die Ebene bei Schinznach, nach Villnachern ĂĽber die Aare und den Aarekanal, anschliessend durch den Auenwald.
1077 HM | |||
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